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Weniger ist mehr, mehr denn je!

Aktualisiert: 12. Apr. 2022

Dass wir nachhaltiger leben müssen, darüber sind wir uns wahrscheinlich alle im Klaren. Unser Konsumverhalten anpassen, indem wir bewusster und gewählter einkaufen – regional und wenn möglich saisonal – vor jedem Kauf kurz reflektieren und sich fragen; "Ist diese Anschaffung wirklich notwendig?"


Die Umsetzung im Alltag fällt uns doch das ein oder andere Mal schwer und ja manchmal verfallen viele dem Wunsch nach etwas Neuem. Vielleicht suchen wir da einfach das Gefühl, das wir verspüren, wenn wir uns etwas gönnen? Wer weiss.


Angesichts der globalen Klimakrise fühlen wir uns manchmal hilflos, ja sogar ohnmächtig und selbst wenn wir auf Vieles verzichten, erscheint unser eigener Beitrag als so klein - fast wertlos. Was aber überhaupt nicht der Fall ist, denn unser Handeln kann etwas in unserem Umfeld auslösen und dieses zu einem bewussteren Konsum bewegen. Vielleicht nicht einmal durch einen aktiven Dialog, lediglich durch unser Handeln, so auch, wenn Menschen in unserem Umfeld den bewussteren Umgang mit Kleidern wahrnehmen.


So zum Beispiel, wenn du den Kleidungsstücken, die du besitzt, die Aufmerksamkeit schenkst, die diese verdienen. Ganz im Sinne von "Liebe deine Kleider bedeutet auch, trage deine Kleider."


Was wiederum natürlich nur möglich ist, wenn du auch den Überblick in deinem Walk-in Closet hast. Fast Fashion hat unseren Umgang mit Kleidung verändert: Wie wir Mode wahrnehmen, was wir anziehen und wie lange wir etwas tragen. Denn gemäss WWF tragen wir 40% aus unseren Walk-in Closet’s selten oder schlimmer noch – nie! Wegwerfgesellschaft vom Feinsten. Wollen wir wirklich so wirtschaften? Wenn du diese Zeilen hier liest, willst du wahrscheinlich nicht so leben, oder bist bereit, diesem Umgang mit dem wertvollen Gut Kleidung den Rücken zuzuwenden.


Zwei Ansätze, die du unglaublich einfach umsetzen kannst sind: REDUCE and REUSE!


Der einfachste Schritt ist, deine Kleidung länger zu tragen. Gemäss dem Bericht Konsumkollaps durch Fast Fashion könnte allein die Verlängerung der Lebensdauer unserer Kleidung von einem auf zwei Jahre die CO2 -Emissionen um 24 % reduzieren.



Ein weiterer Schritt, nur die Kleidungsstücke in deinem Walk-in Closet hängen zu lassen, die du wirklich liebst und auch trägst. Wieso? Ganz einfach, wenn du deinen Walk-in Closet entrümpelst, setzt du dich mit dem auseinander, was du bereits besitzt. Du schaffst dir einen Überblick und machst dir bewusst, was du auch wirklich trägst! Nimm dir Zeit dafür, am besten eine*n Freund*in zur Seite und räume deinen Walk-in Closet aus. Komplett. Vielleicht nach Kategorien oder wie es für dich am einfachsten funktioniert. Die Hosen, die du eigentlich toll findest, aber wenn du sie trägst, fühlst du dich total unwohl und du ziehst sie gleich wieder aus? Leg sie auf die Seite. Die Bluse, die zwar total chic ausschaut, du seit dem Kauf aber noch nie angehabt hast und wahrscheinlich auch nie tragen wirst? Leg auch sie auf die Seite.


Um zu entscheiden, was bleibt und was geht; konzentriere dich auf den Zustand und den Komfort. Hier kann auch die App YOUR CLOSET helfen, um im Überblick zu behalten, welche Kleidungsstücke du regelmässig trägst.


Das Ziel? Einen Walk-in Closet zu schaffen, den du liebst und in dem du dich grossartig fühlst. Die Anzahl ist dabei nicht im Fokus, sondern Kleidungsstücke zu behalten, in denen du dich selbst bist. Wenn das bedeutet, dass du immer noch 9 Paar Jeans hast, dann ist das eben so. Denn, auch wenn wir die Kleider pflegen, sodass diese lange halten, werden sie trotzdem irgendwann abgenutzt sein und du musst nicht etwas Neues kaufen, sondern hast ja bereits deine Wohlfühljeans. Behalte was für dich stimmt und was dir gefällt!



Mit diesem Ansatz könntest du dir eine Capsule Wardrobe kreieren. Natürlich ist eines der Ziele dabei Minimalismus. Dein Walk-in Closet beherbergt nur, was du wirklich brauchst, und anziehst – keine Unordnung, weniger Suchen und mehr Zeit für anderes. Anderseits kann dir das Capsule Wardrobe Konzept zu deinem eigenen individuellen Stil verhelfen, mit Kleidern, die dazu noch einfach und vielfältig zu kombinieren sind. Du merkst immer mehr, was du wirklich brauchst und welche Kleidungsstücke dich auch jahrelang begleiten dürfen.


Wie du dir deine Capsule Wardrobe zusammenstellst?

  1. Ein kleiner Kleiderschrank – Weniger Platz = weniger Chaos

  2. Kenne deinen Kleidungsstil – Je sicherer du dir in deinem Stil bist, desto weniger hast du das Gefühl, du brauchst was anderes oder mehr.

  3. Kenne dein Farbschema – Entscheide dich für 5 – 7 Farben – unterteilt in Grund-, neutral und Akzentfarben

Empfohlen wird ein Set an 37 Kleidungsstücken – natürlich wählst du hier deine individuelle Anzahl. Diese Kleidungsstücke werden saisonal angepasst und: Unterwäsche sowie Sportbekleidung zählen nicht dazu.


Falls du etwas ersetzen musst oder dir etwas fehlt, gilt Qualität vor Quantität – lieber bezahlst du einen fairen Preis für ein qualitativ hochwertiges Kleidungsstück, dass dich viele Jahre begleitet, als wenig für viele Teile, die du nie tragen wirst oder die nach zweimal Waschen ausgeleiert sind.


Die anfängliche Angst, dass es dir an Kombinationen fehlen wird, verblasst schneller als du denkst. Denn wenn du zu deiner individuellen Capsule Wardrobe gefunden hast, werden alle Kleidungsstücke deines Walk-in Closets miteinander kombinierbar sein.


Bei Dariadéh findest du ein tolles Workbook mit einer Schritt-für-Schritt Anleitung: Wie du zu deiner ganz persönlichen Capsule Wardrobe finden kannst. Schau mal bei ihr vorbei oder lade dir das Workbook gleich hier runter.


dariadéh_capsulewardrobe_workbook
.pdf
Download PDF • 31.45MB

Wir sagen hier nicht: Das ist DIE richtige Lösung. Natürlich darfst du dein eigenes System finden, dass zu deinen Bedürfnissen und Lebensstil passt. Lass dich nicht einengen – bleib dir treu. Oft wird suggeriert, dass man gewisse Grundelemente besitzen muss, um eine Capsule Wardrobe zu kreieren. Das muss nicht sein. Man muss nicht mehr kaufen, um alle "richtigen" Teile zu haben und man muss nicht vieles loswerden, nur um eine sehr geringe Anzahl von Kleidungsstücken im eigenen Walk-in Closet zu erreichen.


Ob mit Clean Out oder Capsule Wardrobe oder deinem eigenen und einzigartigen System: Freue dich und schätze, was du in deinem Walk-in Closet bereits hast.


Nur wenn es uns gelingt, Kleidung zu schätzen, diese zu pflegen, zu reparieren und wenn diese nicht mehr geliebt werden zu Tauschen und dadurch die Chance auf eine neue Liebesgeschichte schenken, können wir die Kleiderberge eindämmen. In unseren Walk-in Closets, in der Modebranche und natürlich in den Ökosystemen, die durch unsere Wegwerfgesellschaft am meisten leiden müssen. Durch die übermässige und ungerechte Produktion und unsachgerechte Deponie und Verbrennung.




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